Erlend Øye
Der junge Mann aus Bergen ist nicht nur hyperaktiver Berufstausendsassa, er schafft es dabei auch noch, überall gleichzeitig zu sein. Na ja, zumindest hintereinander an verschiedenen Orten. Denn neben dem Auftritt mit seiner Band The Whitest Boy Alive verwöhnt uns Erlend Øye beim Melt! auch noch mit einem seiner famosen Singing-DJ-Sets. Alle Perfektions-Fetischisten hinter den Plattentellern können einpacken, hier kommt die pure Ladung Pop-Emotion – zu der sich natürlich wunderbar tanzen lässt.
Pitchtuner
Das Credo der neuen Partybewegung von New York über Gent bis Berlin – für handgemachte Elektronik, gegen Rockismen – haben auch Pitchtuner groß auf ihre Fahnen geschrieben. Dem Trio geht es um Housebeats im Zusammenspiel mit P-Funk-Gitarren, Psychedelia und japanischem Gesang, das gemeinschaftliche Band-Sein ist viel wichtiger als Producer-Nerdtum. Live beißen sich die Pitchtuner-Grooves sofort fest und lassen so bald nicht mehr los. Ihr Klangdiorama kann einem ganz schön die Sinne vernebeln.
Das Pop
Ein junger und draufgängerischer David Bowie würde heute Musik machen, die klingt wie Das Pop. Nämlich getreu dem Motto: Gute Ideen sagen dir, was zu tun ist, und nicht doofe Trends. Das Pop sind rappelvoll gepackt mit guten Ideen, ihre Songs sprühen nur so vor cleveren Arrangements, Harmonien und Gefühlsausbrüchen. Das sind ganz Süße, die man am liebsten den ganzen Tag lang knuddeln möchte – und außerdem, wie sich inzwischen rumgesprochen haben dürfte, eine Wahnsinns-Liveband.
Angie Reed feat. Eric D. Clark
Hier kommt das Doppelpack des sexy Gender-Verwurstungs-Punk-o-tainments. Angie Reed, einschlägig bekannte Radauschwester der Beatbox-DIY-Bewegung, die von Oralsex zwischen Nonnen oder über ihren Illustrierten-Fetisch singt, vermählt sich auf der Bühne mit Eric D. Clark, den wir als großen House-Meister, Glamour-Tunte und natürlich als Chartstürmer mit Whirlpool Prod. in bester Erinnerung haben. Wie geil wird das denn? "Dingsbums Bumst Dingsda"-Mucke ist auf jeden Fall garantiert.
Roni Size und Dynamite
MC
Roni Size macht immer noch das, was er am besten kann: Er schiebt, schiebt, schiebt. Im Fach Mörderbasslines hat er mit "Brown Paper Bag" seine Doktorarbeit abgeliefert und damit Drum'n'Bass bis zum heutigen Tag geprägt. Seither ist der kleine Mann aus Bristol rastlos darum bemüht, seinen Breakbeat-Style immer neu aufzufrischen, ob mit raschelnden und schleifenden Beats oder paranoid dissonanten Vibes. Auf dem Melt! unterstützt ihn dabei Dynamite MC, einer der führenden D'n'B-Shouter aus UK.
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Schneider TM
For advanced listeners only? Aber wo denn! Die vertrackt knuspernden und trotzdem eingängigen Klangverschachtelungen von Schneider TM buhlen nicht um die intellektuelle Aufmerksamkeit des Publikums, sondern fangen es ganz einfach ein in ihrem Netz aus Melancholie und süßer Leichtigkeit. Bester Beweis war sein umwerfendes Cover des Smiths-Songs "There Is A Light That Never Goes Out". Und seine eigenen Stücke stehen dieser Magie in nichts nach. Grooves und Melodien, die die Seele tanzen lassen.