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Meltfestival

Alle Bands im Überblick

TEIL 7

Mediengruppe Telekommander sind die verlässlichsten Leistungsträger auf dem Brachland zwischen HipHop und Elektropunk. Von null auf 150 bpm in weniger als drei Sekunden, parallel startet ein anschwellendes Crescendo von Gitarren, treibende Bassdrum und konzertierter Gesang bolzen los und lassen für den Dauerlauf und das Siechtum anderer Deutsch-Indie-Rock-Horstbands nicht viel mehr als Spott übrig. Ihr wisst es sicher schon: "Tickt erst mal einer, dann ticken auch zwei. Und ticken mal zwei ..."

Mathias Kaden Wenn Techno eine große Familie ist, dann ist das Melt!-Festival ihr gemeinschaftlicher Sommerausflug. Hier trifft jeder liebe und bekannte Gesichter. Wie z. B. das von Mathias Kaden, der inzwischen als Melt!-Resident gelten kann. Seit zehn Jahren steht der Mann aus Gera hinter den Plattentellern und bearbeitet seine Grooves immer mit derselben mitreißenden Leidenschaft. Seine eigenen Releases landeten auch schon mal an der Spitze von DJ Kozes Charts. Da freut sich die ganze Familie!

Mia. Warten ist das Wort, das Mia. zuallererst aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. An seine Stelle setzte die Band um Sängerin Mieze Übermut, Ungeduld und Alles-sofort-Wollen. Jetzt oder gar nicht. Mit ihrer frechen Berliner Schnauze gibt Mieze das Sprachrohr einer Generation, die genug hat von den ewiggleichen Vertröstungen auf ein Später, das so doch nie kommen wird. Diese Attitüde zelebrieren sie in angepunkten Indie-Hits und mit schwelgerischen Melodien: Liebe und Rebellion im Einklang .

Moonbootica Eines kann man Moonbootica bestimmt nicht vorwerfen: sich und ihre Musik zu ernst zu nehmen. Die beiden bienen- und bierfleißigen Protagonisten des Auf-die-Zwölf-Clubsounds rappen trashige Verse über alte Italohits und geben auf ihren Albumcovern schon mal die schrille Karikatur südeuropäischer Machos. Der Spaß an der Mucke und an der Party steht bei Tobitob und KoweSix immer im Vordergrund, und genau deshalb sind sie seit Jahren beim Melt! am Start. Weil sie gemeinsam mit uns so geil abgehen.

Barbara Morgenstern Für Barbara Morgensterns Musik müsste eine APM-Rate erfunden werden, damit man das tausendfache Atemanhalten pro Minute zählen kann, das ihre feingliedrig groovenden Songs immer wieder fordern. Morgenstern verbindet ihren verspielten, aber keineswegs platt-niedlichen Pop mit warmen Keyboard-Linien, lässt darüber stets die große Melodie fließen und den Song treiben. Das packt von innen heraus und macht damit nur umso glücklicher. Ans Luftholen will man da schon gar nicht mehr denken.

Nightmares On Wax (Soundsystem) Sie fühlen sich schwer, angenehm schwer. Sie merken, wie sich in Ihrem Innersten etwas Warmes breit macht. Sie spüren, wie es langsam und rhythmisch pulsiert, immer größer und größer wird und ganz von Ihrem Körper Besitz ergreift. Sie wackeln willenlos mit dem Kopf, den Armen, den Beinen. Sie sind jetzt glücklich! So ungefähr müsste ein Track von Nightmares On Wax auf Papier gedruckt aussehen. Denn kaum jemand beherrscht die Kunst der Downbeat-Hypnose durch puren Sound so wie George Evelyn.

Weiterlesen im 8. Teil »


 
 



 

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