Miss Kittin
kennt nur ihre eigenen Regeln und zieht ihr Ding durch – was sie in einem Moment zur absoluten In-Figur macht und eine Sekunde später schon durch das vermeintliche Coolnessraster in Hipsterhausen rattern lässt. Ihr selbst und denen, die ihr zuhören, ist das so was von egal, denn wir wissen: Sexiness kommt von Selbstbewusstsein. Und in der Hinsicht macht der Miss und ihren DJ-Sets niemand was vor. Mit ihrem ersten Gastspiel beim Melt! macht sie nun auch endlich unsere Träume wahr.
Klee
Von wegen, es gebe überhaupt keine selbstlose Hingabe, Liebe sei nur ein dummer Witz, ein Medientrugbild oder so was. Damit könnt ihr Klee echt nicht kommen! Bei den Kölner Popfeen bekommen Wörter wie "träumen", "Mai" und "Liebespaar" erst so richtig Gewicht – und Leichtigkeit zugleich. Die meinen es ernst, die wissen wirklich was von Gefühlen zu erzählen. Alle, die letztes Jahr ihren phantastischen Auftritt in Ferropolis erlebt haben, werden das gern bestätigen. Uns lacht noch heute das Herz.
Oliver Koletzki
Es gibt sie in jeder Clubsaison: die totale Wegblasnummer und den Newcomer dahinter. Letztes Jahr fegte Oliver Koletzki mit seinem "Mückenschwarm" von jenseits der Wahrnehmungsschwelle an die Spitze der Tracklists. Aber wie so oft gilt auch hier: Der vermeintliche Newcomer ist schon ewig aktiv. Oliver fing noch am Commodore an zu produzieren und legt schon seit Jahren Platten auf. Nur gut, dass er nach dem großen Hit seine wummernden Grooves jetzt endlich so richtig ausschwärmen lässt.
Anzeige
The Kooks
Lederjacken, Vox-Verstärker und Vogelnest-Frisuren: Die vier Jungs von The Kooks sehen nicht nur aus wie ein Gipfeltreffen von Lou Reed und Bob Dylan in doppelter Ausführung, auch die Songs ihres Debütalbums "Inside In / Inside Out" sind schwer verliebt in den schön analogen 60er-Jahre-Touch.
Aber keine Angst, die Brightoner Rocker sind mit ihren gerade mal zwanzig Jahren zwar musikalisch altersweise, der unbändige Lebenshunger ihrer Jugend ist aber trotzdem in jedem einzelnen Ton zu spüren.
Sid LeRock
Sie nennen ihn Sid Le Rock. Den Mann, der aus den Eiswüsten Kanadas kam, sich in den Katakomben alteuropäischer Technoclubs verirrte und dort diesen speziellen Rotz-Sound aus seinem Notebook klotzte: kantig und wuchtig wie ein Fels, unverrückbar zwischen Rock und Techno aufgebaut. Trotz dieser Raubeinigkeit arbeitet Sid Le Rock insgeheim als Vermittler zwischen den Polen, den großflächig angetranceten Passagen auf der einen und den metallischen Minimalsounds auf der anderen Seite
.
Jamie Lidell
, der englische Wizard der Kehlkopf-Aerobics, hebt mit seinen Sangeskünsten Swing, 60er-Jahre-Soul und Prince-Ekstase auf die Boller-Funk-Ebene der Zukunft. Sein Album "Multiply" war eines der besten des letzten Jahres, seine Live-Shows setzen neue Maßstäbe im Bereich der intelligenten Elektronik mit Soul und Wumms. Großes Musikkino ist garantiert, wenn Jamie Lidell im Dialog mit dem Sampler und seiner eigenen choralen Vielstimmigkeit die Grenzen von Mensch und Maschine ausreizt.