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TEIL 2

Jetzt kommt Noam Chomsky ins Spiel, Professor für Linguistik und linker Chef-Kritiker der US-Politik. 1979 unterschrieb er eine Petition, die sich für die akademische Unabhängigkeit des französischen Literaturprofessors Robert Faurisson einsetzte und ihn unter Linken ausgesprochen unbeliebt machte. Faurisson hatte nämlich die Existenz der Gaskammern im Dritten Reich geleugnet und bekam daraufhin nicht nur Schwierigkeiten weiterzuforschen, sondern musste auch vor Gericht. Chomsky erklärte seine Bereitschaft, das Dokument zu unterschreiben in dem Essay "Some Elementary Comments on The Rights of Freedom of Expression" . Darin schreibt er, er habe sich nur für das Recht Faurissons eingesetzt, seine Meinung frei zu äußern, was nicht bedeute, dass er diese Meinung billigte. Chomsky erklärte, dass gerade die Meinungen aus Prinzip geschützt werden müssten, die ein Großteil der Menschen ablehnt. Damit wiederholte er nur, was der Philosoph Voltaire bereits im 18. Jahrhundert gesagt hatte: „Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug dafür kämpfen, dass Sie Ihre Meinung frei äußern dürfen.“

Kein Staat und auch kein Antifaschist darf darüber entscheiden, welche Meinung geäußert werden darf und welche nicht – auch dann nicht, wenn es um deren öffentliche Verkündung geht wie bei einer Demonstration. Sonst schafft er das ab, was er verteidigen will: die freie Gesellschaft. Natürlich diskriminieren Nazis andere Menschen und hassen die Demokratie, und natürlich wollen sie gleichzeitig von einem Grundrecht profitieren, das sie anderen Gruppen nicht zugestehen. Doch nur, weil sie sich nicht an die Spielregeln halten, heißt das nicht, dass andere es auch nicht tun müssen. Solange die Bösen keine bösen Dinge tun, sondern nur aussprechen, muss sich doch niemand in die Hosen machen. Klar, die Welt ist schöner ohne Nazis, aber so viele Teppiche gibt es gar nicht, dass man alles unter sie kehren könnte.

Nazi-Demos können sogar sinnvoll sein. So eine Rechts-Bewegung lebt auch davon, dass kein Außenstehender weiß, wie viele eigentlich dazugehören. Schließlich treffen sich Nazis selten zum Parteitag in der Kölnarena. Die Teilnehmerzahl einer Demo aber gibt Anhaltspunkte. So kann der Staat seine Probleme im Auge behalten wie eine Mutter ihr Kind im Laufstall.
Nicht zu vergessen: So eine Demo unterhält. Wieso nicht sonntags einfach mal mit der Familie Nazis gucken anstatt Löwen und Tiger im Zoo? Wer entdeckt die meisten Rechtschreibfehler auf den Spruchbannern? Welcher Nazi hat die längsten Haare? Wer hat die größte Ähnlichkeit mit seinem Pitbull? Wen hält Opa für fronttauglich? Die mitgebrachten Klappstühle und Kühlboxen erhöhen den Komfort, Ferngläser verbessern die Sicht. Wer weiß, vielleicht würde Herr Worch nie wieder eine Demo anmelden.

Auch schön:

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