Wohnen
Hausbesetzer to go
Mittellose Studenten können in Amsterdam leerstehende Büroetagen mieten. Sie zahlen wenig, haben keine Rechte und sichern dutzenden Firmen den Profit
Eine Reportage von Annina Loets
Marije Bakker
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führt ihr Imperium vor. Sechs Zimmer, Damen- und Herrentoiletten, Küche, insgesamt 400 Quadratmeter. Marije ist Studentin und hat die Büroetage in Amsterdam besetzt. Ganz legal.
Möglich macht es die niederländische Firma AdHoc. Sie vermittelt leer stehende Gebäude für wenig Geld an Studenten, die sich eine reguläre Bleibe in Amsterdam nicht leisten können. Aus der Wohnungsnot in der Stadt wird so ein profitables Geschäftsmodell. In den Niederlanden bieten dutzende Unternehmen einen solchen Service an, AdHoc ist der Marktführer.
Galerie: Dienstleistung Hausbesetzen
Die Durchschnittsmiete in Amsterdam stieg in den vergangenen zehn Jahren um mehr als fünfzig Prozent. Eine Wohnung im Stadtzentrum kostete 1997 noch 260 Euro, heute sind es im Durchschnitt 415 Euro. Und auch diese teuren Wohnungen sind nur schwer zu finden. Einer Studie der Uni Münster zufolge mussten Wohnungssuchende 2003 bis zu dreißig Monate auf eine Mietwohnung warten.
Dabei stehen viele Häuser leer. Nicht selten sind das sanierte Altbauten, deren Besitzer auf steigende Immobilienpreise spekulieren. Aber auch komplette Bürogebäude, Überbleibsel der IT-Euphorie in den Neunziger Jahren, werden künstlich vom Markt ferngehalten.
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