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Wohnen

Hausbesetzer to go

TEIL 2

Nach niederländischem Recht ist es legal, ein Gebäude zu besetzen, das länger als ein Jahr nicht genutzt wird. Die Hausbesetzer müssen ein Bett und einen Tisch mitbringen, um zu zeigen, dass sie das Gebäude als Wohnung nutzen wollen. Dann können sie die Polizei bitten, die Besetzung aktenkundig zu machen.

Betritt der Eigentümer danach das Gebäude, begeht er Hausfriedensbruch. Um die selbsternannten Bewohner loszuwerden, muss er später vor Gericht beweisen, konkrete Pläne mit seinem Eigentum zu haben. Deshalb engagierten viele Hausbesitzer private Sicherheitsdienste, um sich die Besetzer vom Leib zu halten.

Billiger als mit diesen Sicherheitsdiensten lassen sich leerstehende Gebäude durch Studenten wie Marije sichern, sogenannten "Anti-Hausbesetzern". Die Platzhalter können auf diese Weise zwar billig wohnen, doch Mieterschutzrechte gelten für sie nicht. Sie müssen zum Beispiel jederzeit damit rechnen, die Unterkunft wieder zu verlieren.

So wie Marije vor knapp drei Wochen. Ein Mitarbeiter von AdHoc rief sie an und sagte: "Nächste Woche musst du raus." Sie könne einen anderen Teil des Bürokomplexes beziehen – der zweite Wohnungswechsel in einem Monat.

"Ich habe mich aus finanziellen Gründen fürs Anti-Hausbesetzen entschieden", sagt Marije. Für 400 Quadratmeter zahlt sie nur 130 Euro im Monat. "Ich kam 2004 nach Amsterdam und war geschockt über die Mietpreise. Als Studentin kann ich mir die nicht leisten."

"Statt eine Sicherheitsfirma zu engagieren, die einmal täglich kontrolliert, platzieren wir Bewohner in den Gebäuden, welche die ganze Nacht zu Hause sind", sagt Niels ’t Hart, Manager bei AdHoc. Die Eigentümer zahlen keine Gebühren, nur in großen Bürokomplexen müssen sie für Stromkosten aufkommen. So schaffe das Anti-Hausbesetzen eine Win-Win-Situation, sagt ’t Hart.

Wenig zu gewinnen gibt es für die Bewohner. Juristisch gelten sie als Housesitter, zahlen keine Miete, sondern eine Leihgebühr. Mit einer Frist von zwei Wochen kann der Vertrag gekündigt werden, und die Anti-Hausbesetzer müssen sich etwas Neues suchen. In der Unterkunft müssen sie sich zudem an strenge Regeln halten: Sie dürfen nicht mehr als zehn Besucher einladen, Partys sind verboten und die Vermittlerfirma kann die Räume jederzeit unangekündigt begutachten.

Weiterlesen im 3. Teil »


 
 



 

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