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GEORGIEN

Im Land der Symbole

TEIL 2

Aber das bedeutet keinen Bruch mit ihren Überzeugungen: „Ich demonstriere nicht für einzelne Politiker, sondern für ein gerechtes Georgien. Um zu zeigen, dass auch hier eine Zivilgesellschaft möglich ist.“ Die Dinge, die sie an ihrer Heimat liebt, sind es zugleich, die das Leben hier oft schwer machen: Emotionen und bedingungslose Freundschaft machen das alltägliche Leben aus – in der Wirtschaft und Politik bringen sie Chaos, Intrigen und Korruption.

Die Ereignisse der vergangenen Wochen illustrieren eine Politik, die in beängstigendem Maße von Einzelpersonen abhängt und größtenteils hinter verschlossenen Türen stattfindet. Im Oktober löste der ehemalige Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili einen Skandal aus, als er den Präsidenten beschuldigte, für den Mord an Premierminister Surab Schwania verantwortlich zu sein.

Schwania starb im Februar 2005 unter ungeklärten Umständen. Die Regierung ließ Okruaschwili umgehend wegen Geldwäsche verhaften. Keine der beiden Seiten konnte die Vorwürfe entkräften, Okruaschwili wurde trotzdem zur Identifikationsfigur für das enttäuschte Volk.

Die angestaute Frustration der Georgier entlud sich in Massendemonstrationen gegen die Regierung. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt steht dem Präsidenten eine geeinte Opposition aus zehn größeren Parteien und kleineren Gruppierungen gegenüber. Saakaschwili will unterdessen sein größtes Versprechen wahrmachen: den Beitritt Georgiens zur Nato. Am 2. November, das ist der Tag, an dem die Revolution vor vier Jahren ihren Lauf nahm, reisen die westlichen Staatschefs zum Gipfel in Tiflis an. Doch der Plan des Präsidenten, seinen Gästen mit den blank geputzten Boulevards der Haupstadt zu imponieren, ist in Gefahr. Wahrscheinlich muss er statt dessen einen lärmenden Mob vor den Journalisten und Diplomaten verbergen.

Denn am 2. November werden auch Zehntausende in Tiflis erwartet, um gegen den Vorschlag ihres Präsidenten zu protestieren, die Legislaturperiode (und somit seine eigene Amtszeit, die im nächsten Herbst ausläuft) um ein Jahr zu verlängern.

Was werden die Demonstrationen bewirken? Und was kann die Opposition verändern. „Die Menschen wissen, dass Okruaschwili ein Krimineller ist, aber da die Stunde einen Helden fordert, vergessen sie das gern“ sagt Mariam. Sie erwartet keine Wunder. Auch die Führer der Opposition sagen immer wieder, dass niemand eine neue Revolution wünsche. Aber man müsse die Regierung mit Fragen konfrontieren, sagt Mariam. „Wir bewegen uns in einer untragbaren Atmosphäre der Gerüchte und Intrigen. Wir wollen einfach Antworten.“

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