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Bahnstreik

Wir verhandeln nicht!

Solidarität mit den Werktätigen der Deutschen Bahn AG – wir mischen uns ein! Zuenders Maximalforderungen für menschliche Züge


Auf den Bahnhöfen und in den Bahnbetriebswerken versammeln sich seit vielen Wochen die Arbeiterinnen und Arbeiter der Deutschen Bahn AG um gegen die reaktionären Bedingungen der Lohnarbeit unter dem menschenverachtenden Mehdorn-Regime zu protestieren.

Wir erklären unsere kämpferische Solidarität mit den Aufständischen! Aber wir kritisieren die bürgerlich-soziale Mäßigung der Widerstandszusammenhänge. Wir fordern Radikalität der Forderungen! Es geht um mehr als die monetäre Kompensation von Lohnarbeit. Die Streikbewegung der Arbeiter muss auf weitere Gesellschaftsbereiche ausgeweitet werden. Wir fordern eine Bewegung, die die Rolle der Eisenbahn in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen erkennt und unserem kritisch-humanistischen Menschenbild Rechnung trägt! Wir fordern eine soziale Revolution, deren Keimzelle die Streikbewegung der Lokomotivführer ist!

Wir fordern:

1. Gammelzüge wieder einführen!

Hochgeschwindigkeiten zerstören die Bindung mit Mutter Erde, den Dörfern und Wäldern unserer Heimat. Man verliert den Respekt vor der Entfernung, und Lokführer fühlen sich plötzlich als Piloten. Was all das bedeutet, kann man nur verstehen, wenn man einen Tag mit der ukrainischen Eisenbahn verbracht hat. Oder auf dem Zugdach in Ecuador. Wenn man Schlafabteile kennt, in denen Menschen es sich gemütlich gemacht haben. Darum: holt die alten D-Zugwaggons aus den Depots und macht den Transport wieder zur Reise!

2. Sitzplatzreservierungen abschaffen!

Sitzplatzreservierungen sollen Ordnung und Organisation bringen, doch in Wahrheit verursachen sie Neid und Missgunst. Jene, die eine Reservierung haben, drängeln sich mit hektischen Flecken im Gesicht von einer Seite des Zuges zur anderen. Wagen 37, Platz 72, Fenster! Die anderen, die ohne Reservierung, sind gezwungen, sich mit robusten Mitteln einen der unreservierten Plätze zu sichern. So macht einem der Beginn jeder Zugfahrt klar, in welch harter Welt wir leben.

Besser lief es, als neulich zwischen Hamburg und Berlin das Reservierungssystem ausfiel. Die Menschen stiegen ein - und setzten sich auf einen freien Platz. Es gibt sie noch, die Zivilgesellschaft!

3. Durchsagen abschaffen!

Nicht nur denen, die beruflich mit der Bahn unterwegs sind, sondern auch vielen Urlaubsreisenden suggeriert die Bahn mit ihren Fahrplänen, Wagenreihungen und mehrsprachigen Zugdurchsagen, das Leben ließe sich auf die Sekunde planen. Das macht die Menschen unflexibel ¬– und lähmt auf Dauer auch die Wirtschaft.

Stattdessen sollte die Bahn ihre Kunden langsam zu der Einsicht führen, dass das Leben sich nicht planen lässt, dass morgen alles vorbei sein kann, dass in dieser Wahrheit aber auch Chancen liegen. Einfach mal den falschen Zug durchsagen? Freier Umgang mit Abfahrtszeiten? Den nächsten Halt auswürfeln? Ja!

Die Erfahrung, nach München zu wollen und stattdessen nach Stralsund gebracht zu werden, kann sehr nützlich sein. Auch wenn man das im ersten Moment noch nicht erkennt.

4 . Graffiti erlauben!

Bombings auf Zügen sind häßlich, deswegen werden sie von der Bahn entfernt. Dabei verwechselt der Konzern Ursache und Wirkung: Würden die Graffitis nicht ständig entfernt, blieben die Arbeiten der Sprayer länger sichtbar. Diese würden sorgfältiger arbeiten, die Qualität der Arbeiten daher steigen. Deswegen: Lasst die Züge auf frei zugänglichen Flächen stehen und spart das Geld für Sicherheitspersonal und Reinigungskosten.

5. Großraumabteile abschaffen!

Menschen müssen reden, kommunizieren, sich austauschen. Sonst verkümmern sie. Darum müssen wieder Kleingruppen her: Sechs Sitze, sechs Menschen, zwölf Beine. Und jetzt redet und tauscht Wurstbrote!

Weiterlesen im 2. Teil »


 
 



 

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