Kavka

Kavkas Elektrische Zahnbürste

Markus Kavka putzt sich und denkt nach. Heute: Über Stanley "Tookie" Williams und den pädagogischen Nutzen der Todesstrafe

Britney Spears hat in ihrem noch jungen Leben schon viele sehr dumme Dinge gesagt. Unerreicht in Sachen geistiger Tiefflug ist allerdings nach wie vor ihr Statement zum Thema Todesstrafe: "Ich bin absolut dafür. Dann lernen die Täter wenigstens fürs nächste Mal was." Und nein, Britney Spears ist keine überzeugte Buddhistin.

So ganz nach dem Gusto der Spears dürften in diesen Tagen die Vorgänge um den Todeskandidaten Stanley "Tookie" Williams sein. Den Mitbegründer der berüchtigten kalifornischen Straßengang ´Crips´ und vierfachen Mörder erwartet am 13. Dezember die Giftspritze. Mehrere Gnadengesuche wurden abgelehnt. Jetzt gibt´s gemäß amerikanischer Rechtssprechung nur noch eine Möglichkeit: Eine Begnadigung des zuständigen Gouverneurs - und das ist in Kalifornien Arnold Schwarzenegger. Um ihn zu erweichen, haben sich nun auch prominente Fürsprecher Tookies zu Wort gemeldet, allen voran Snoop Dogg. Der war früher selbst Mitglied der Crips und preist den zum Tode verurteilten als den Menschen, der ihn auf den richtigen Weg gebracht hat: "Er hat mich dazu inspiriert, etwas Gutes in meinem Leben zu tun. Das habe ich nicht von der Straße gelernt. Nicht von meinem Vater oder einem Onkel, sondern von Stanley Tookie Williams, einem Bruder aus der Todeszelle." Der Hintergrund: Im Gefängnis wandelte sich Williams zu einem bekannten Kinderbuchautor und Prediger, der die Jugendlichen vom Weg in die Gewalt und Kriminalität abbringen will. In den vergangenen Jahren wurde er mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Tatsache ist, dass eine Hinrichtung die Hoffnungen vieler Jugendlicher zerstören würde.

Wenig überraschend ist, dass die Causa Williams in politischer Hinsicht eklige Züge im "land of the free" annimmt. Schwarzenegger schielt als Republikaner natürlich auf Stimmen aus der afroamerikanischen Bevölkerung, da käme ihm also eine derart in den Medien ausgebreitete Geschichte sehr zupass. Andererseits befürchtet er, von den konservativen weißen Wählern abgestraft zu werden. Auch die Vereinigung der kalifornischen Staatsanwalte drängt ihn dazu, dem Gesuch nicht nachzugeben. In seiner Amtszeit hielt der Terminator bei Gnadengesuchen bereits zweimal den Daumen nach unten. Dazu kommt, dass in Kalifornien seit 1967 generell kein einziger Todeskandidat begnadigt wurde. Bei Tookies Antrag geht es einzig und allein darum, die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Um Leben zu retten.

So wie´s aussieht, wird sich die größte Industrienation der Erde auch in diesem Fall mal wieder ihr kleines Stückchen Dritte Welt gönnen. Auge um Auge, Zahn und Zahn. Und so lange es dort Menschen wie Britney Spears gibt, steht ja auch der pädagogische Nutzen der Todesstrafe außer Frage.

Für Beistand über den großen Teich hinweg klickt bitte: www.tookie.com

Britney Spears hat in ihrem noch jungen Leben schon viele sehr dumme Dinge gesagt. Unerreicht in Sachen geistiger Tiefflug ist allerdings nach wie vor ihr Statement zum Thema Todesstrafe: "Ich bin absolut dafür. Dann lernen die Täter wenigstens fürs nächste Mal was." Und nein, Britney Spears ist keine überzeugte Buddhistin.

So ganz nach dem Gusto der Spears dürften in diesen Tagen die Vorgänge um den Todeskandidaten Stanley "Tookie" Williams sein. Den Mitbegründer der berüchtigten kalifornischen Straßengang ´Crips´ und vierfachen Mörder erwartet am 13. Dezember die Giftspritze. Mehrere Gnadengesuche wurden abgelehnt. Jetzt gibt´s gemäß amerikanischer Rechtssprechung nur noch eine Möglichkeit: Eine Begnadigung des zuständigen Gouverneurs - und das ist in Kalifornien Arnold Schwarzenegger. Um ihn zu erweichen, haben sich nun auch prominente Fürsprecher Tookies zu Wort gemeldet, allen voran Snoop Dogg. Der war früher selbst Mitglied der Crips und preist den zum Tode verurteilten als den Menschen, der ihn auf den richtigen Weg gebracht hat: "Er hat mich dazu inspiriert, etwas Gutes in meinem Leben zu tun. Das habe ich nicht von der Straße gelernt. Nicht von meinem Vater oder einem Onkel, sondern von Stanley Tookie Williams, einem Bruder aus der Todeszelle." Der Hintergrund: Im Gefängnis wandelte sich Williams zu einem bekannten Kinderbuchautor und Prediger, der die Jugendlichen vom Weg in die Gewalt und Kriminalität abbringen will. In den vergangenen Jahren wurde er mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Tatsache ist, dass eine Hinrichtung die Hoffnungen vieler Jugendlicher zerstören würde.

Wenig überraschend ist, dass die Causa Williams in politischer Hinsicht eklige Züge im "land of the free" annimmt. Schwarzenegger schielt als Republikaner natürlich auf Stimmen aus der afroamerikanischen Bevölkerung, da käme ihm also eine derart in den Medien ausgebreitete Geschichte sehr zupass. Andererseits befürchtet er, von den konservativen weißen Wählern abgestraft zu werden. Auch die Vereinigung der kalifornischen Staatsanwalte drängt ihn dazu, dem Gesuch nicht nachzugeben. In seiner Amtszeit hielt der Terminator bei Gnadengesuchen bereits zweimal den Daumen nach unten. Dazu kommt, dass in Kalifornien seit 1967 generell kein einziger Todeskandidat begnadigt wurde. Bei Tookies Antrag geht es einzig und allein darum, die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Um Leben zu retten.

So wie´s aussieht, wird sich die größte Industrienation der Erde auch in diesem Fall mal wieder ihr kleines Stückchen Dritte Welt gönnen. Auge um Auge, Zahn und Zahn. Und so lange es dort Menschen wie Britney Spears gibt, steht ja auch der pädagogische Nutzen der Todesstrafe außer Frage.

Für Beistand über den großen Teich hinweg klickt bitte: www.tookie.com

41 / 2005
© ZEIT ONLINE