Clubs

Die verbotene Stadt

Moskaus Bürgermeister mag keine Elektromusik. Für die Clubs der russischen Hauptstadt hat das handfeste Konsequenzen. Ein Audiospaziergang.

Von Diane Hielscher

Die Toreinfahrt ist schäbig, die Mülltonnen sind voll, trotzdem liegt hier ein roter Teppich. Wir sind mitten in der Innenstadt von Moskau, an der Metrostation Kitai Gorod, das heißt China Town. Der Teppich führt in ein frisch renoviertes Altbauhaus, den Club „Soljanka“.

Meine Begleiterin heißt Elena und kennt hier jeden, Küsschen links, Küsschen rechts. Sie ist Musikjournalistin, ihr Spezialgebiet ist Underground Electro. Sie schreibt für das russische Billboard Magazin, das DJ-Mag und eine Zeitschrift, die sich mit DJ Equipment beschäftigt.

Der Club hat Holzfußboden, wir sind von rohem Mauerwerk umgeben, über der Bar hängen riesige, runde 70er-Jahre-Lampen. Auf den Fensterbrettern kann man sitzen, sonst gibt es kaum Möbel. Hier soll getanzt werden. Noch legt der DJ für drei leicht bekleidete Frauen auf. Wir sitzen auf dem Fensterbrett und versuchen, uns zu unterhalten. Wir müssen uns gegenseitig in die Ohren brüllen.

Es gibt einen Türsteher für die Toilette. Er lässt die Männer durch und versperrt den Frauen mit seinem massigen Arm den Durchgang. „Das ist Diskriminierung!“ ruft ein Mädchen hinter mir. „Nein,“ sagt der Stiernacken, „die Männer sind einfach schneller.“

Welche Probleme die Elektro-Fans in Moskau haben, wie die Stars der Szene heißen und klingen und wie es um den DJ-Nachwuchs in Russland bestellt ist, hört ihr in unserer Audio-Reportage.

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48 / 2008
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