Hannah Mai: An einem Tag fiel die Klimaanlage aus – ausgerechnet in Oklahoma, wo es richtig heiß war. Viel schlimmer fand ich es aber, als uns in der tiefsten Provinz in New Mexico das Benzin ausging. Wir fuhren über eine hügelige Straße in der Wüste, um uns herum nur ein paar heruntergekommene Hütten. Da wollte ich auf keinen Fall liegen bleiben! Aber es gab weit und breit keine Tankstelle. Mit letzter Kraft hat sich das Auto einen Berg hochgekämpft und wie durch ein Wunder sahen wir am Fuß dieses Berges eine Tankstelle. Ich glaube, wir sind da hinuntergerollt, wir hatten keinen Tropfen Benzin mehr im Tank. Von da an habe ich den Literstand immer im Auge behalten.
Zuender: Hoffentlich habt auch schöne Dinge erlebt!
Hannah Mai: Ohja! In Los Angeles hat uns unser Bekannter Erick bei sich aufgenommen. Als wir uns abends von ihm verabschiedet hatten und aus LA raus fuhren, schalteten wir die Radioshow ein, die er moderiert. Die Sonne ging gerade unter, es war wunderschön, und auf einmal hörten wir Erick, der uns einen Song widmete und eine gute Reise wünschte! Dann fuhren wir an der Küste entlang, im Radio liefen die Beach Boys – das war perfekt.
Zuender: Wie hast du die Reise eigentlich finanziert?
Hannah Mai: Ich hatte ein bisschen Geld angespart, das allerdings noch nicht für so eine Tour reichte. Meine Mutter hat mir einen großzügigen Zuschuss gegeben...
Zuender: ...es gab auch Projekte von anderen Usern, die euch helfen wollten, Geld zu sammeln.
Hannah Mai: Ja, die Userin Karen Abad hat eine Art Spendenseite gestaltet. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass Leute bereit sind, jeweils ein paar Dollar zu unserer Reisekasse beizusteuern! Ich glaube, sie waren fasziniert davon, dass so etwas bloß durch eine Internetseite entstehen kann.
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Zuender: Hast du dich durch die Reise verändert?
Hannah Mai: Ich habe schon früher große Reisen unternommen, durch Europa und einmal nach Japan. Da war ich allerdings immer allein unterwegs. Dadurch, dass ich dieses Mal ständig unter Leuten war, habe ich gelernt, geduldig zu sein und mich auf andere zu verlassen. Das war eine wichtige Erfahrung. Und ich habe Amerika kennengelernt. Sicher nicht komplett, dafür ist das Land zu groß - aber ich weiß, wo ich hinwill, wenn ich zurückkehre.