Globalisierung

Das kleine Achtmalacht

Dagegen sein ist leicht. Doch zählt mal fünf der G8-Staaten auf. Wie oft treffen die sich? Und das Volk der Sherpas hat doch unsere volle Solidarität, oder?

Die Basisinformationen zum Gipfel von Oskar Piegsa

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4600 anthrazitfarbene 75 kg schwere Stahlgitter, zweieinhalb Meter hoch und breit – so beschreibt die mecklenburgische Polizeieinheit Kavala die eindruckvollste Abwehrmaßnahme gegen G8-Gegner. Mit dem 12 Kilometer langen Zaun, in der offiziellen Behördensprache „komplexes technisches Sperrwerk“ genannt, wird ganz Heiligendamm während des Gipfels von der Außenwelt abgeschottet.

Was ist der G8-Gipfel? Acht Fragen, acht Antworten. Hier geht es zur Übersicht

Seit Mitte Januar wurde an dem Zaun gebaut, den Zuschlag bekam die Metall-Zaun-Stahlbau Gmbh aus Bargeshagen bei Bad Doberan. „Für uns ist das Wort Zaun ein Begriff für Kompetenz und individuelle Beratung“, wirbt das mittelständische Unternehmen, das bisher Betriebsgelände umzäunt und Schulsportanlagen befriedet hat.

Doch scheint der Zaun allein den Sicherheitskräften nicht sicher genug. Während des Gipfels sollte eine mehrere Kilometer breite Sperrzone verhindern, dass Protestierer dem „Sperrwerk“ überhaupt nahe kommen. Die Gerichte haben diesen Bereich auf eine „Pufferzone“ von 200 Metern gestutzt. Den Globalisierungsgegnern reicht das nicht. Sie wollen, dass die Politiker ihre Demonstrationen wahrnehmen.

Die Razzien gegen „Terroristen“, die die Polizei im Vorfeld des Gipfels durchführte, haben sich als eher kontraproduktiv erwiesen ( "Letztes Testspiel" ). Durch Beschlagnahmungen wurde zwar die Infrastruktur der „Convergence Center“ gestört, die unter anderem in der Hamburger Roten Flora als feste Anlaufstellen für Anti-G8-Aktivisten zur Verfügung stehen sollen. Vor allem aber wurde der Polizeieinsatz von vielen Unbeteiligten als unverhältnismäßig eingeschätzt – und sorgte für eine Solidarisierungswelle mit den Globalisierungskritikern. Wesentliche Erkenntnisse über geplante Gewalttaten haben die Hausdurchsuchungen nach Medienberichten bisher nicht erzielt.

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22 / 2007
ZEIT ONLINE