Linke

Visionen, selbst gedreht

"Marx is Muss" war das Motto der Rosa-Luxemburg-Tage in Berlin. Neue, junge Linke diskutierten drei Tage lang über neue, junge, linke Themen. Der Zuender hat sich dort auf die Suche gemacht - nach Visionen und Ideen für die Zukunft der Arbeit. Die etablierten Politikmacher scheinen ja keine Ideen mehr zu haben, wie es weiter gehen soll, mit uns und der Arbeit.

Eine Umfrage (mp3) von Diane Hielscher

Fünf Millionen Arbeitslose. Zweieinhalb Millionen Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Gewerkschaften fordern einen Mindestlohn von sieben Euro fünfzig. Die Bundeskanzlerin ist dagegen.

Wer von seinem Lohn nicht leben kann, kann zusätzlich Arbeitslosengeld Zwei bekommen. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller sagt: "Mit Hartz IV haben wir faktisch einen Mindestlohn." Ach ja, Hartz IV...

Die Menschen, die gar keine Arbeit haben, bekommen entweder 345 oder 331 Euro im Monat - je nachdem, wo sie in Deutschland leben. Plus Miete, natürlich. Die Reform sollte Kosten senken – hat sie aber nicht. Sie sollte fördern und fordern - aber was und wen soll man fördern und fordern, wenn es einfach nicht genug Arbeit gibt? Die Arbeit selbst - durchaus, aber das ist ein anderes Glas Bier.

Alles dreht sich im Kreis - wenig ergibt Sinn - so kann es nicht weiter gehen. Wir brauchen Visionen.

Teilnehmer der Rosa-Luxemburg-Tage machten sich am Wochenende Gedanken über die Zukunft der Arbeit. Bei einer selbst gedrehten Zigarette und Kaffe aus dem Automaten. Hier anhören

20 / 2006
ZEIT ONLINE