Frankfurt an der Oder ist die Bühne für Mirko Borschts Film Kombat Sechzehn. Im Film muss sich der 16-jährige Georg mit der dortigen rechten Szene anlegen. Aber wie ist die Realität? Zuender im Gespräch mit Hauptdarsteller Florian Bartholomäi.
Wie bist du zum Film gekommen?
Vor Kombat Sechzehn habe ich noch nie etwas gedreht oder gespielt. Es fing an im verschwitzten Trainingsanzug abends um halb zehn in der Turnhalle. Der Trainer hatte die Ausschreibung für das Casting im Internet gefunden und es mir in die Hand gedrückt. Ich habe das Rollenprofil durchgelesen und dachte mir: Ich kann verstehen, was in dem Kerl vorgeht. Dann habe ich eine Bewerbung in den PC gehackt, Fotos gemacht und alles abgeschickt. Zwei Wochen später kam dann der Anruf: Wir hätten dich gerne zum Casting. Geil.
Wie die Hauptperson des Films, Georg, kommst auch du aus Frankfurt/Main. Wie war es für dich, zwei Wochen lang im Osten zu drehen?
Es war anders. Bestimmte Vorstellungen haben sich erfüllt, bei manchen war es ganz im Gegenteil eher positiv. Vor dem Film wusste ich eigentlich gar nichts über den Osten. Jetzt habe ich insgesamt ein positives Bild, aber nicht von Frankfurt/Oder. Frankfurt/Oder wirkte auf mich hoffnungslos, perspektivlos, trostlos. Wir haben tagsüber die letzte Kampfszene gedreht. Es wurde um Hilfe geschrieen und von außen war nicht einsehbar, dass gefilmt wurde. Aber es ist keiner gekommen. Auf dem Platz haben wir absurde Reden in SS-Uniformen gehalten. Die Leute sind vorbeigelaufen und haben noch nicht einmal gestutzt.
Was hat dich positiv überrascht?
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Die Berliner Schnodderschnauze hat sich zwar bestätigt, aber ich finde sie toll.
Stell dir vor, du müsstest tatsächlich aus Frankfurt/Main nach Frankfurt/Oder gehen: Welche Gefühle würde das bei dir auslösen?
Dieselben wie bei Georg. Nach drei Stunden vor Ort war das Team depressiv drauf. Dort wohnen möchte ich wirklich nicht.
Du hast die DDR nie kennen gelernt. Würdest du dich als Deutschen, Westdeutschen oder vielleicht Hessen definieren?
Als Wessi würde ich mich nicht bezeichnen. Meine Nationalität ist deutsch. Aber genau kann ich das nicht beantworten. Wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, sage ich, ich sei ein Frankfurter Bub, da bin ich halt aufgewachsen. Nach Westen und Osten aufzuteilen halte ich für Quatsch, aber andere differenzieren da sicherlich immer noch. Stoiber zum Beispiel (lacht). Ich mag die Leute nicht, die das machen. Meine Schulfreunde denken nicht in Ost-West-Kategorien, obwohl es natürlich gegenüber manchen Regionen Vorurteile gibt.