Interview
"Die Leute fragen nach Gleichgewicht"
Curse ist nicht unbedingt Inbegriff des deutschen Gangsta Rap. Dennoch heißt seine neue Single genau so. Mit dem Zuender spricht er über HipHop, pöbelnde Rapper und ratlose Jugendschützer.
In zwei Stunden soll hier die Wiese brennen, denn dann trittst du auf! Bist du noch nervös vor deinen Shows?
Ich bin vor jedem Konzert nervös. Ob ich nun vor 50 Leuten spiele oder, wie hier, vor tausenden. Jedes Mal ist es anders, jedes Mal kannst du die Texte vergessen oder irgendetwas kann passieren. Wenn diese Nervosität fehlen würde, wäre es auch nur noch halb so gut!
Die Hörgewohnheiten im deutschen HipHop haben sich ziemlich verändert. Macht es dir eigentlich noch Spaß, deine Musik zu machen?
Klar macht das alles noch Spaß. Natürlich wache ich auch mal morgens auf und denke mir, ich habe keinen Bock auf den Mist. Aber sobald du oben auf der Bühne stehst und ein Feeling zwischen dem Publikum und dir entsteht, gibt es nichts Cooleres.
Hast du das Gefühl, dass du deine Texte noch vermitteln kannst? Sie sind ja oftmals sehr viel tiefgründiger als andere. Hören dir die Fans noch zu?
Es ist ein Trugschluss zu denken, dass es nur eine Seite der Medaille gibt. Im HipHop ist es nun mal gerade so, dass dieser Street Rap und Gangster Rap ziemlich groß sind. Aber da gibt es noch diese zweite Seite. Viele Leute haben davon im Moment auch die Schnauze voll. Die fragen, wo das Gleichgewicht bleibt. Ich bin einer, der die andere Seite zeigt. Ich betrachte das als geschäftsfördernd, dass soviel Gangster Rap da draußen auf der Straße ist.
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